
Hörvergnügen garantierte Christian Quadflieg seinen Zuhörern in Cuxhaven.Den Schauspieler konnte nichts erschüttern. Selbst ein Zuhörer, der die Pointe verriet, brachte ihn nicht aus der Ruhe
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CUXHAVEN. Ein echter Profi, dieser Christian Quadflieg. Der
1945 geborene Bühnen- und Fernseh-Schauspieler hat 34 Leseprogramme im
Repertoire und gibt seinen Zuhörern trotzdem das Gefühl, diesen Abend nur für
sie zusammengestellt zu haben. So auch im rappelvollen Schloss Ritzcbüttel zu
Cuxhaven, wo er vor über 140 begeisterten Gästen „28 wahn-Sinnliche
Dichter" vorstellte.
„Dunkel war's, der Mond schien helle", begann Quadflieg
mit dem allseits bekannten Kindervers, holte sich kurz bei Horaz, Goethe und
Schiller die Legitimation für sein Tun und stürzte sich dann mit großem Genuss
auf dichterischen Sinn, Gegensinn und Unsinn. Heinrich Heines „Narretei"
machte den Anfang, vom zu Unrecht vergessenen Peter Paul Althaus ging's zu Werner
Schneyder, von Robert Gernhardts „Dichter Dorlamm" zu Joachim Ringelnatz'
„Ohrwurm", von dort weiter zu James Krüss' Schnaps trinkenden Möpsen.
ERSTKLASSIGER VORTRAG
Quadfliegs. Vortrug blieb jederzeit erstklassig und
engagiert. ICin Mi-kro brauchte ein Schauspieler seines Formats natürlich
nicht, selbst die Vorwegnahme der Pointe aus dem Publikum konnte ihn nicht
erschüUern und wurde knapp mit „Danke!" quittiert. Unbeschwertes
Vergnügen also bei Wortspielern wie Schwitters, Vischer und Erhardt, viel Raum
für P.R Althaus „Traumstadtgedichte" und eine Geschichte von Tucholsky -
für Abwechslung war bestens gesorgt. Und einen von
Bertolt Brecht gab's auch mit auf den Weg: „Eins. Zwei.
Drei. Vier,/ Vater braucht ein Bier./ Vier. Drei. Zwei. Eins./ Mutter braucht
keins."
Auch im zweiten Abschnitt erwartete die Zuhörer eine fein abgestimmte
Mischung aus Altem und Neuem, Bekanntem und Unbekanntem, dabei stets sehr
Amüsantem. Mit geschickter Moderation wurden die Fäden geknüpft zwischen
Ringelnatz, Althaus und dem Münchener Kabarett „Simpl".
„Die Wühlmaus nagt von einer „Wurzel" das „W"
hinfort - bis an die „Urzel"", lamentierte dort dereinst Fred
Endrikat, und irgendwann muss ja einfach Schluss sein. „Nun steht die „Rz"
im Wald allein, die Wühlmäuse sind so gemein." (ulm)
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